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Ganz oben wohnen – der Zauber von Baumhäusern

Baumhäuser besitzen Zauberkraft. Ob Kinder oder Erwachsene, bei der Vorstellung an ein Baumhaus fangen die Augen an zu glänzen und die Fantasie sprüht.
Dafür gibt es viele Gründe. Der wichtigste ist sicherlich der Schutz, den sie bieten. Versteckt im Astwerk eines Baumes sind sie schwer auszumachen, und sie sind auch nicht leicht erreichbar – nämlich nur von unten. Kinder, die im Baumhaus sitzen, fühlen sich sicher vor Erwachsenen und unerwünschten Gästen. Mit Getränken und allen möglichen Abenteuer-Utensilien versorgt, steigen sie auf in die Höhen der Sorglosigkeit. Hier kann ihnen nichts passieren. Der Rundumblick ist erhaben.

Träumt man den Kindheitstraum als Erwachsener weiter, so darf eine gewisse Komfortabilität wie Strom, Heizung, bequeme Betten oder sogar ein Bad und eine Toilette nicht fehlen. Auf der ganzen Welt faszinieren Baumhäuser die Menschen. Im Astwerk von Wäldern entstehen rund um den Globus Baumhaushotels in allen Stilrichtungen – von futuristisch bis klassisch rustikal aus Holz.
 

Andreas Wenning – Architekt für Baumhäuser und Kindheitsträume

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Der Bremer Architekt Andreas Wenning hat sich in der Baumhaus-Architektur einen Namen gemacht. Seine Projekte sind eindrucksvolle Beweise für den Zauber, den Baumhäuser haben können. 2003 baute er sein erstes Baumhaus in der kleinen Stadt Bassum bei Bremen – einfach so und ohne kommerziellen Hintergrund. Das war das auslösende Moment. Seine außergewöhnlichen Baumhaus-Konstruktionen wurden zu Recht schnell bekannt und aufgrund der großen Nachfrage baut er heute Baumhäuser auf der ganzen Welt: Auf 11,50 m Höhe in der Schweiz, ein großes Projekt in Florida – Treehouse Resort – mit mehreren Einheiten in den Bäumen und auf dem Boden. Weitere Baumhäuser in Frankreich, Berlin und sogar auf der Krim in der Ukraine.


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Was fasziniert Andreas Wenning an der Baumhausbauerei? »Das Sinnliche an der Bauaufgabe. Das Baumhaus als romantisches Refugium. Und: eine definierte Struktur in ein komplexes und lebendiges Gefüge wie den Baum zu planen. In der Natur zu sein. Kunden in aller Herren Länder zu besuchen und dort auch bauen zu können.« Er hat viele Argumente dafür, Architekt für Baumhäuser zu sein.
»Alle Projekte, die wir bauen, sind individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden, den Ort und die vorhandenen Bäume zugeschnitten. Manche Baumhäuser haben Rampen (z. B. Cliff Treehouse, New York). Es gibt komfortable Treppen, die auch für ältere Menschen leicht zu begehen sind. Auf besonderen Wunsch würden wir auch einen Fahrstuhl einbauen«, meint er zum Thema Machbarkeit und Sonderwünsche.

Wer kauft eigentlich Ihre Baumhäuser, Herr Wenning? »Es gibt verschiedene Gruppen. Manche Leute wollen etwas haben, das sie als Kind nicht hatten. Andere wollen ihren Kindern etwas weitergeben, das sie als Kind genossen haben. Meine Kunden beobachten sich selbst und fragen sich, welche Abenteuerräume ihr Leben noch hat und sehen womöglich nicht viel. Die leben teilweise sehr traditionell, fahren ein großes Auto, mit dem sie die Kinder abholen. Auf Dauer langweilt das. Also suchen sie etwas Experimentelles, das sie eher bei anderen Menschen finden: bei den Abenteurern, den Selfmade-Baumeistern und Kindern.«
Und was kostet so ein Wenningsches Baumhaus? »Eine gedämmte Konstruktion mit Fenstern gibt es nicht unter 10.000 Euro. Manche Projekte kosten bis zu 80.000 Euro.«
 

Baumhäuser – Architektur mit Anarchiefaktor

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Ein Wesensmerkmal von Baumhäusern ist der Anarchiefaktor. Alles ist möglich. Jeder kann sie im Rahmen seiner Möglichkeiten bauen. Große, kleine, wackelige, aus Brettern zusammengezimmert, aus Wellblech, im Wald, am Strand, hinterm Deich, auf der Wiese oder im Hinterhof eines Stadthauses. Wer selber nicht Hand anlegen möchte, kann das Baumhaus auch Spezialisten wie Andreas Wenning überlassen. Alles eine Frage der Fantasie – und manchmal auch des Geldes.
 

Hier geht es zur Website von Andreas Wenning mit einer Foto-Galerie seiner Baumhausprojekte. Interessant ist auch sein Buch: »Baumraum. Neue Architektur in den Bäumen«.
Wir danken dem Architekten für seine freundliche Unterstützung.

Fotos von Alasdair Jardine – Website

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